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Saubere Töne und nasses Wetter

Konzert mit den Jagdhornbläsern Schloss Fußgönheim und den Parforcehornbläsern Ludwigshafen

Das Ambiente des Innenhofes des Fußgönheimer Schlosses war stimmungsvoll und passte perfekt zur Musik bei der Jagdsoirée zum zehnjährigen Bestehen derJagdhornbläser Schloss Fußgönheim. Nur einer spielte nicht mit. Petrus und Sankt Hubertus sind sich offenbar nicht besonders grün. Anhaltender Regen und kühle Temperaturen erwarteten die Zuhörer des Konzertes.
 
Nun sind Jäger den Aufenthalt im Freien gewohnt, und so zog man unverdrossen das Programm im Schlosshof durch und lag mit dieser Entscheidung nicht falsch. Der von Jörg Heidemann organisierte Abend mit jagdmusiklischem Konzert und Großem Zapfenstreich war bei den Zuhörern ein großer Erfolg.

Die Gruppe der Jagdhornbläser Schloss Fußgönheim wurde im Jahr 1998 gegründet. Unter ihrem Leiter Ingo H. Dorn haben sich die Schlossbläser zu einem Ensemble von beachtlichem Niveau entwickelt, das bei unterschiedlichsten Anlässen in der Region auftritt. Unterstützt wurden die Fußgönheimer beim Jubiläumskonzert von den Pfalzgrafen Parforcehornbläsern aus Ludwigshafen.
 
Einen "sauberen Ton" wünschte Therese Stoll vom Bundesverband der Jagdhornbläser-Gilde. Schon für die modernen Waldhörner im Orchester ist es nicht einfach, immer den rechten Ton zu treffen, und bei den ventillosen Jagdhörnern ist es umso schwerer. Der Wunsch nach sauberen Tönen ging aber an diesem Abend weitgehend in Erfüllung. Es wurde fast durchgängig sauber musiziert, das warme Timbre der Jagdhörner erfreute die Ohren der Zuhörer.

Auf dem Programm stand Musik für Jagdhorn vom Barock bis zur Gegenwart, aus Deutschland und Frankreich. So erklungen ein Menuett von Telemann und einige französische Jagdmusiken (gespielt von den Pfalzgrafen) und Jagdhornliteratur des 20. Jahrhunderts (interpretiert von den Schlossbläsern) sowie, gemeinsam gespielt, ein "Fürstengruß" und ein "Auf Wiedersehn". Auffallend war, dass es da im Verlauf der Jahrhunderte kaum Unterschiede im Klang gibt - ein Jagdhorn ist eben ein Naturinstrument, auf dem man nur die Naturtonreihe spielen kann und so gibt es nur muntere Stücke in klangfroher Dreiklangsmelodik.
 
Unterschiede gab es dagegen im Auftreten der beiden Ensembles: Die braun uniformierten Pfalzgrafen (unter Leitung von Ernst Merdian) spielten im Halbkreis, die Schlossbläser (geleitet von Ingo H. Dorn) in blauer Uniform stellten sich keilförmig auf und musizierten mit dem Rücken zum Publikum. Damit wird keine Geringschätzung des Publikums zum Ausdruck gebracht, sondern der Schalltrichter direkt auf diese Zuhörer gerichtet und ihnen damit ein besseres Klangerlebnis verschafft.

A propos Uniform: Als weitere Gäste wirkte die Hofstaattanzgruppe des Herzogs Karl II. August aus Homburg mit und führte in entsprechenden Kostümen barocke Tanzformen vor.
 
Höhepunkt des Konzertes war zum Abschluss ein Großer Zapfenstreich, und zwar in der Kavalleriefassung. Oskar Weber und der (anwesende) Wolfgang Seidemann haben diese - naheliegende - Form des musikalischen Zeremoniells arrangiert. Diese ist weniger militärisch als die Bundeswehrversion, kommt ohne Pfeifen und Trommeln aus und endet nicht mit der obligatorischen Nationalhymne sondern erst nach zwei weiteren Stücken. Die beiden vereinigten Jagdhornbläserensembles, ergänzt um Pauken und Trompeten, bereiteten unter Leitung von Wilhelm Oehmig dem Zapfenstreich eine mitreißende Aufführung.
 
Artikel in der Zeitung "Die Rheinpfalz" vom 08.09.2008.


 
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