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Stimmungsvolle Klänge begeisterten

Eine eindrucksvoll geschmückte Kirche und stimmungsvolle Klänge erwarteten die Besucher der katholischen Kirche St. Peter am Sonntag in Ilvesheim anläßlich der Hubertusmesse, einer "Ilvesheimer Spezialität", wie Pfarrer Dr. Veit Rutkowski erläuterte. Diese Messe zu Ehren des Heiligen St. Hubertus wird bereits seit einigen Jahren von den Jagdhornbläsern Schloss Fußgönheim, kurz "Schlossbläser" genannt, musikalisch begleitet.

Die Bläser spielen in der Französischen Aufstellung aus der Barockzeit, dem sogenannten "Französischen Keil" mit dem Rücken zum Publikum. Früher wurde vom Pferd aus geblasen, die Bläser ritten vorne, die öffnung der Jagdhörner zeigte nach hinten, damit die Klänge entsprechend gehört wurden. Die Inschrift auf der Fahne der Schloßbläser lautet: "Natur und Musik, welch großes Glück". Ihr Ziel ist es, die Jagdhornmusik, sowie das jagdliche und auch das reiterliche Brauchtum zu pflegen und erhalten.
Der Kontakt zu Ilvesheim ergab sich durch ihr inzwischen verstorbenes Mitglied, dem Ilvesheimer Jürgen Belz. Mit den Musikstücken: Kyrie, Gloria, dem Choral zur Gabenbereitung, Sanctus, Agnus Dei, die Glocken bereicherten sie den Gottesdienst in ergreifender Weise. Bei dem Lied "Großer Gott wir loben dich" begleiteten sie den Gesang der Kirchengemeinde.
 
Die Legende des Heiligen Hubertus wird seit dem Mittelalter erzählt. Während er als junger Edelmann ein leidenschaftlicher und eher skrupellos exzeßiver Jäger war, wurde er auf der Jagd von einem Hirsch mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih bekehrt und wandelte sich zum fürsorglichen Heger und Pfleger der Natur. Seitdem wird er als Schutzpatron der Jagd angesehen, gilt unter anderem als Patron von Natur und Umwelt und Beschützer der Hunde und als Helfer gegen Tollwut. Sein Namenstag ist der 3. November.

Vereinfacht ausgedrückt lautet die Botschaft des Heiligen Hubertus: "Achtet die Mitgeschöpfe und geht sorgsam mit den Gütern dieser Erde um". Entsprechend ist die Hubertusmeße ein Gottesdienst im Geiste der "Mitgeschöpflichkeit" , auch die Predigt von Pfarrer Dr. Rutkowski war dem Thema mit Gedanken von Erich Fromm und der Auslegung von "Milch und Honig" angepaßt. Während die "Milch" das Lebensnotwendige darstellt, steht der "Honig" für die Dinge, die das Leben schöner machen. Wichtig hierbei: Alles soll in Maßen und nicht im überfluß genoßen werden, man soll nicht mehr nehmen, als nötig ist.
 
Mit dem stimmungsvollen "Hubertus Hymnus" der Jagdhornbläser endete der Gottesdienst, die Kirche leerte sich allerdings nur langsam, den jeder wollte sich noch ganz genau die wundervoll dekorierte Waldszene vor dem Altar anschauen, die von Siegfried Ortelt, Günther Theimer, Alois Sommer und Gustav Bernoth gekonnt in Szene gesetzt worden war.
 
Quelle: Mannheimer Morgen vom 06.11.2012


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